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Fehlerbehebung bei störendem Auslösen der 'Unterspannungsabschaltung' (LVC) in Gleichstrom-Übertragungssystemen mit großer Übertragungsentfernung

2026-05-14 09:10:13
Fehlerbehebung bei störendem Auslösen der 'Unterspannungsabschaltung' (LVC) in Gleichstrom-Übertragungssystemen mit großer Übertragungsentfernung

Einführung in die Herausforderungen der Gleichstromübertragung

Bei dezentralen B2B-Stromversorgungsanwendungen – beispielsweise bei netzunabhängigen Telekommunikationstürmen, Überwachungsstationen für Öl- und Gasanlagen, landwirtschaftlichen Bewässerungssystemen sowie Tiefbrunnenpumpen – ist die räumliche Anordnung des elektrischen Systems häufig durch die Geografie vorgegeben. Häufig muss das Energiespeichersystem (die Batteriebank) erheblich entfernt vom Wechselrichter oder von den aktiven Gleichstromlasten installiert werden.

Bei diesen Gleichstrom-Übertragungsanlagen über lange Strecken stehen Systemintegratoren häufig vor einer frustrierenden Fehlersuche: Der Wechselrichter schaltet sich unerwartet ab und meldet einen 'Low Voltage Cutoff' (LVC) oder einen 'Battery Under-Voltage'-Fehler. Dieser Abschaltvorgang erfolgt, obwohl der Batteriesatz selbst vollständig geladen ist und auf einem gesunden Spannungsniveau arbeitet. Dieses Phänomen wird als störende Auslösung bezeichnet.

Dieser Artikel liefert eine technische Analyse der Ursachen für störende LVC-Auslösungen bei Gleichstrom-Übertragungsanlagen über lange Strecken und beschreibt konkrete ingenieurtechnische Lösungen zur Behebung des Problems.

Frage: Warum tritt bei Gleichstrom-Anlagen über lange Strecken eine störende Low Voltage Cutoff (LVC)-Auslösung auf, und wie können Ingenieure dieses Problem beheben?

Störendes Auslösen der LVC-Funktion tritt auf, weil lange Gleichstrom-Stromkabel einen inhärenten elektrischen Widerstand aufweisen. Wenn beim Hochfahren des Wechselrichters oder bei hohen Lasten hoher Strom entnommen wird, führt dieser Widerstand gemäß dem Ohmschen Gesetz zu einem erheblichen Spannungsabfall entlang des Kabels. Dadurch sinkt die an den Eingangsanschlüssen des Wechselrichters gemessene Spannung unter den LVC-Schwellenwert, obwohl der Batterieverbund weiterhin geladen ist. Um dieses Problem zu beheben, müssen Ingenieure den Gleichstrom-Kabelwiderstand berechnen und minimieren, die Systemspannung erhöhen, die LVC-Verzögerungs- und Schwellenwertparameter des Wechselrichters kalibrieren oder Fernspannungserfassungsleitungen verwenden.

Die Physik des Gleichstrom-Spannungsabfalls und des Kabelwiderstands

Im Gegensatz zur Wechselstromübertragung, bei der Spannungsabfälle durch Transformatoren leicht ausgeglichen werden können, ist die Gleichstromübertragung äußerst empfindlich gegenüber Kabellänge und Querschnittsdicke. Jeder elektrische Leiter – selbst hochreiner Kupfer – weist einen spezifischen Widerstand (rho) auf.

Gemäß dem Ohmschen Gesetz ist der Spannungsabfall (V_drop) über ein Leiterpaar direkt proportional zum Strom (I), der durch die Schaltung fließt, und zum gesamten Hin-und-Rück-Widerstand (R) des Leiters:

V_drop = I R

Der Widerstand des Leiters ergibt sich aus folgender Formel:

R = rho ( 2 L ) / A

Wo:

  • rho ist die spezifische elektrische Widerstandsfähigkeit (Resistivität) des Materials (für Kupfer beträgt rho etwa 1,72 × 10^-8 Ohm-Meter).
  • L ist die Einwegstrecke zwischen Batterie und Wechselrichter.
  • A ist die Querschnittsfläche des Leiters.
  • Der Faktor 2 berücksichtigt die Hin-und-Rück-Strecke (positiver und negativer Leiter).

In einem Niederspannungs-Gleichstromsystem ist der Strom außerordentlich hoch. Beispielsweise zieht ein 12-V-2-kW-Wechselrichter im Volllastbetrieb etwa 166 Ampere Strom. Bei einem starken Anlaufstromstoß eines Motors kann dieser Strom auf 400 A oder mehr ansteigen.

Wenn sich der Wechselrichter nur 10 Meter (33 Fuß) vom Batteriebank entfernt befindet und mit Standard-Kupferkabeln der Querschnittsgröße 2 AWG (ca. 33,6 mm²) verbunden ist, beträgt der Gesamtwiderstand der 20-Meter-Kabelstrecke etwa 0,010 Ohm.

Bei einem kontinuierlichen Betriebsstrom von 166 A ergibt sich folgender Spannungsabfall:

V_Abfall = 166 A × 0,010 Ohm = 1,66 V

Befindet sich die Batteriebank bei einem gesunden Wert von 12,6 V, beträgt die an den Gleichstrom-Eingangsklemmen des Wechselrichters ankommende Spannung lediglich:

12,6 V – 1,66 V = 10,94 V

Dies liegt nahe am Standard-LVC-Schwellenwert von 10,5 V. Wenn jedoch ein Motor startet und der Strom auf 350 A ansteigt, steigt der Spannungsabfall sofort auf:

V_Abfall_Stoß = 350 A × 0,010 Ohm = 3,50 V

Die Spannung an den Klemmen des Wechselrichters sinkt auf:

12,6 V – 3,50 V = 9,10 V

Da 9,10 V weit unter der LVC-Grenze von 10,5 V liegen, löst die Schutzschaltung des Wechselrichters sofort eine Unterspannungsabschaltung aus und schaltet die Wechselstromausgabe ab. Sobald der Wechselrichter abschaltet, fällt der Stromverbrauch auf null ab, der Spannungsabfall verschwindet und die Klemmen des Wechselrichters springen wieder auf 12,6 V zurück. Für den Techniker wirkt der Batterieverbund vollständig geladen, und die Abschaltung erscheint wie ein Hardwarefehler. Dies ist die Definition einer störenden LVC-Auslösung.

Schritt-für-Schritt-Diagnoseverfahren zur Fehlersuche

Um zu diagnostizieren und nachzuweisen, dass die LVC-Auslösung durch den Kabelwiderstand und nicht durch eine defekte Batterie oder einen fehlerhaften Wechselrichter verursacht wird, führen Sie folgendes Messverfahren durch:

  • Schritt 1: Messung der statischen Batteriespannung

Messen Sie mit einem digitalen Multimeter die Gleichspannung direkt an den Klemmen des Batterieverbunds bei keiner Last. Notieren Sie diesen Wert (z. B. 51,2 V für ein 48-V-System).

  • Schritt 2: Messung der statischen Wechselrichterspannung

Messen Sie die Spannung direkt an den Gleichstrom-Eingangsklemmen des Wechselrichters. Im Leerlauf sollten beide Messwerte identisch sein.

  • Schritt 3: Spannungsmessung unter aktiver Last

Schalten Sie die stärkste Last im System ein. Während die Last läuft (oder versucht, zu starten), messen Sie die Spannung an den Klemmen des Batteriepools und anschließend unverzüglich die Spannung an den Klemmen des Wechselrichters.

  • Schritt 4: Analyse der Differenz

Falls die Spannung des Batteriepools hoch bleibt (z. B. fällt von 51,2 V auf 49,8 V), die Spannung an den Wechselrichterklemmen jedoch deutlich einbricht (z. B. fällt von 51,2 V auf 41,5 V), haben Sie ein Kabelwiderstandsproblem bestätigt. Die Differenz (8,3 V) entspricht dem Spannungsabfall über die Gleichstrom-Leitungen.

Technische Lösungen zur Eliminierung von Störabschaltungen durch niedrige Spannung (LVC)

Nach Bestätigung sollten Systemintegratoren eine oder mehrere der folgenden Korrekturmaßnahmen ergreifen:

  • 1. Erhöhung der Systemsennspannung

Der effektivste Weg, den Strom (und damit den Spannungsabfall) zu reduzieren, besteht darin, das System mit einer höheren Nenn-Gleichspannung auszulegen. Die Leistung (in Watt) ist das Produkt aus Spannung und Strom (P = V × I). Wenn Sie die Nennspannung von 12 V auf 48 V erhöhen, sinkt der zur Bereitstellung derselben Last von 2 kW erforderliche Strom um 75 % (von 166 A auf nur noch 41,5 A). Gemäß dem Ohmschen Gesetz reduziert eine Verringerung des Stroms um den Faktor vier den Spannungsabfall um 75 %. Wählen Sie bei langen Leitungslängen nach Möglichkeit 48-V-DC-Architekturen.

  • 2. Verwenden Sie dickere Gleichstrom-Leiter

Falls die Systemspannung nicht geändert werden kann, müssen Sie den Leitungswiderstand durch Erhöhung der Querschnittsfläche (A) verringern. Verwenden Sie Kabel mit dickem Kupferquerschnitt, z. B. 4/0 AWG (95 mm²), oder führen Sie mehrere parallele Kabel pro Pol. Stellen Sie sicher, dass es sich bei den Leitern um hochwertiges, feinstrangiges, sauerstofffreies Kupfer handelt, das den niedrigsten praktisch erzielbaren elektrischen Widerstand bietet.

  • 3. Passen Sie die LVC-Parameter-Einstellungen des Wechselrichters an

Leistungsstarke Wechselrichter wie die programmierbare JYINS-Serie ermöglichen es Ingenieuren, die LVC-Einstellungen über die digitale Steuerungssoftware anzupassen. Zwei Parameter können angepasst werden:

  • Senken Sie die LVC-Schwelle: Sie können die Abschaltspannung leicht senken (z. B. von 10,5 V auf 10,0 V), wenn Ihre Batteriechemie den kurzzeitigen Spannungseinbruch sicher ohne Schäden verkraften kann.
  • Fügen Sie einen LVC-Verzögerungstimer hinzu: Die meisten JYINS-Geräte verfügen über einen programmierbaren Verzögerungstimer (z. B. 0 bis 10 Sekunden). Durch das Einstellen einer Verzögerung von 3 Sekunden ignoriert der Wechselrichter kurze Unterspannungseinbrüche, die durch Anlaufspitzen des Motors verursacht werden, sodass der Motor starten und die Spannung sich wieder erholen kann, bevor die Schutzschaltung ausgelöst wird.
  • 4. Implementieren Sie eine Fernspannungserfassung

Fortgeschrittene industrielle Systeme können eine Fernspannungserfassung nutzen. Ein Paar dünner, niederstromführender Leitungen wird direkt von den Batterieklemmen zur Steuerkarte des Wechselrichters verlegt. Der Wechselrichter nutzt diese speziellen Sensorkabel, um den tatsächlichen Ladezustand der Batterie zu messen und dabei die hochstromführenden Stromleitungen zu umgehen. Der Wechselrichter führt eine LVC-Abschaltung (Low-Voltage Cutoff) nur dann aus, wenn die tatsächliche Batteriespannung abfällt; Spannungsabfälle in den Kabeln werden vollständig ignoriert.

Fazit

Störende Auslösungen der Low-Voltage-Cutoff-Funktion (LVC) bei langstreckigen Gleichstromanlagen sind ein klassisches Problem der Elektrotechnik, das durch Kabelwiderstand und hohen Strombedarf verursacht wird. Durch Anwendung des Ohmschen Gesetzes können Systemintegratoren exakt berechnen, wie stark die Spannungseinbußen sind, und entsprechend Kupferleiter dimensionieren. Der Übergang zu höheren Nennsystemspannungen (z. B. 48 V), die Verwendung größerer Kabelquerschnitte mit schwerem Profil sowie der Einsatz programmierbarer LVC-Verzögerungen und Fernmess-Eingänge von JYINS beseitigen störende Abschaltungen. Diese Maßnahmen gewährleisten eine stabile und kontinuierliche Stromversorgung kritischer netzunabhängiger Infrastruktur – unabhängig von den räumlichen Gegebenheiten am Standort.